{"id":153,"date":"2022-10-04T07:20:13","date_gmt":"2022-10-04T07:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/thomaskarsten.com\/?p=153"},"modified":"2025-03-31T17:27:01","modified_gmt":"2025-03-31T17:27:01","slug":"2005-%c2%b7-colors-of-sex","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thomaskarsten.com\/?p=153","title":{"rendered":"2005 \u00b7 Colors of Sex"},"content":{"rendered":"\n<p>176 Seiten\u00a0<br>180 Abbildungen<br>Gro\u00dfformat 24&#215;30 cm,<br>schweres Bilderdruckpapier,<br>durchgehend vierfarbig<br>Hardcover<br>Fotobuch mit einem Vorwort von Alexander Scholz<br>Texte: Deutsch und Englisch<br>Preis:  60 Euro, da beim Verlag vergriffen (alter Preis 49,90 Euro)<br>ISBN: 3-7658-86007-7<br>Bucher Verlag in der Reihe &#8222;Lounge&#8220;, 2005<br><br>direkt hier bestellen:\u00a0<a href=\"mailto:info@thomaskarsten.com\">info@thomaskarsten.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"850\" 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src=\"https:\/\/thomaskarsten.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/con_8_10.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-164\" srcset=\"https:\/\/thomaskarsten.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/con_8_10.jpg 737w, https:\/\/thomaskarsten.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/con_8_10-300x231.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Vorwort<\/strong><br>Erotic Style Goes Pop \u2013&nbsp;<br>ein freudiger Videoclip in Buchform<br><br>Viele der Werke von Thomas Karsten sind inzwischen Klassiker der modernen Fotografie geworden. Dabei geht es um das sagenumwobene Spannungsfeld zwischen erotischen Momenten und \u201ehoher\u201c Kultur. Die Erotik ist das Stiefkind der Kunstform Fotografie, so wie die Fotografie bis ins letzte Jahrhundert hinein fragw\u00fcrdiges Stiefkind der Bildenden Kunst war. Das erscheint nicht verwunderlich, ist doch die Erotik bislang Bestandteil einer langen, vordergr\u00fcndigen Tradition billiger Magazine und steht seit jeher unter der Geisel der Werbeindustrie, die den nackten K\u00f6rper aus der nie endenden Lust der Konsumenten in der abendl\u00e4ndischen Kultur vergewaltigt.<br><br>Thomas Karsten ist seit \u00fcber 20 Jahren vielen als Schwarz-Wei\u00df Ikonograph der Aktfotografie bekannt. Grund genug f\u00fcr ihn, einen neuen Weg einzuschlagen. Als ich das erste Mal seine Bildauswahl f\u00fcr dieses Buch betrachtete, war ich erstaunt, wie sehr ihm auf einmal die Farbe dazu verhalf, zwischen stilsicherem Portr\u00e4t und grenz\u00fcberschreitender Offenheit zum intimen Abbild des sonst in der erotischen Fotografie (oder besser gesagt in der Aktfotografie) versteckten Geschlechts zu wechseln, um dabei noch sch\u00e4rfer und genauer darzustellen als jemals zuvor. Sein klassischer, sein Thomas Karsten Stil in einem neuen Gewand, in einem bunten Gewand, wobei nat\u00fcrlich die Farbe sowohl aus kulturhistorischer als auch aus rein technischer Sicht ein Thema f\u00fcr sich ist. Oft h\u00f6rt man ja das Urteil, dass durch das Schwarz-Wei\u00df eine Abstraktion entsteht, die Raum f\u00fcr Geheimnisse l\u00e4sst, zum Tr\u00e4umen auffordert. Damit scheinen sich tats\u00e4chlich bestimmte Klischees und Vorurteile um Farbigkeit bzw. Schwarz-Wei\u00df zu erkl\u00e4ren. Macht also Farbe die Realit\u00e4t wahrhaftiger im Abbild? Das ist einerseits ein Ammenm\u00e4rchen, aber andererseits wahr. Aber ist das Wahre damit das Sch\u00f6nere? Ist das Vertr\u00e4umte verkl\u00e4rter in Schwarz-Wei\u00df, ist das jetzt noch ein Thomas Karsten?<br><br>Die Schnitte und Einblendungen sind gro\u00dfartig \u2013 das Gesicht das immergegenw\u00e4rtige Detail; das \u00dcberweibliche, das Weltliche, die B\u00e4ume, die Topographie der St\u00e4dte kommen dank der Farben hinzu und erscheinen dominanter in diesem Buch. Die Bilder wirken auf seltsame Art gestylt. Das liegt an dem jetzt in das Foto einbezogenen Raum.<br><br>Der Thomas Karsten Raum besticht eigentlich durch Leere. In diesem Buch erh\u00e4lt er eine neue Relevanz, aber es geht nicht um ein Tuch, die Karibik oder eine alte Mauer, diesem Irrtum sollte man nicht verfallen, es gilt, ein lyrisches Konstrukt zu kreieren, in dem dann doch das Wesentliche, die Frauen pr\u00e4gend bleiben. Hinter der Wahl zum Raum steckt kein System, er sucht das Einfache, das ganz Einfache, das wiederum zu den Frauen passen muss, ohne dass sie sich vertraut aber wohl f\u00fchlen sollen, denn allzu oft ist das Vertraute nicht genau das, was uns befreit, sondern vielmehr einsperrt.<br><br>Immer geht es um die Sch\u00f6nheit der Frauen; sch\u00f6n sind sie alle, egal ob sie nun tats\u00e4chlich einem bestimmten Ideal entsprechen oder nicht. Das ist auch genau das, was jegliche moralische Zwiesp\u00e4ltigkeit \u00fcber den Haufen wirft. Sch\u00f6n sind sie alle, vielleicht nicht sch\u00f6n f\u00fcr mich oder Sie, lieber Leser, f\u00fcr sich ein Ideal, nicht begehrenswert, erotisches Ziel, nicht aufreizend \u2013 nat\u00fcrlich belassene Menschen voller Stolz, W\u00fcrde und Freude an sich selbst. Das kann zu einem Lebensziel werden, den Genuss an sich, den Stolz auf sich selbst und die erotische Lust, jene Antriebskraft, die alle sch\u00f6nen, teuflischen und gro\u00dfartigen Ergebnisse der Menschheit schuf, in Bildern zu erhalten.<br><br>Thomas Karsten wagt es, und seine Modelle wagen es sich in diesem Sinne, sich bei ihm in dieser Doppelb\u00f6digkeit portr\u00e4tieren zu lassen bis hin zur genannten offenkundigen Wechselbeziehung zwischen Portr\u00e4t der Augen und Portr\u00e4t der Scham, des Geschlechts. Und wir alle lieben Geschlechter, zarte Falten, das Versteckte.&nbsp;<br><br>Oft habe ich nun schon, seitdem ich Thomas Karsten kenne, dar\u00fcber nachgedacht, was ihn antreibt, sie alle, die Sch\u00f6nen und auch H\u00e4sslichen, so offen zu sammeln, sie zu animieren, sich, seiner Kunst zu \u00f6ffnen und dabei ganz bei sich Selbst zu sein. Immer klarer zeichnet sich das Ziel eines Predigers ab: gesellschaftlicher Fortschritt mit Hilfe formsprachlicher Zwiesp\u00e4ltigkeit, die die allgemein geltenden Moralvorstellungen in uns in Frage stellt. Das ist kulturgeschichtlich nichts Neues, aber mit Thomas Karstens Werk macht es dem Betrachter und auch den Modellen Spa\u00df, an einer neuen Gesellschaft mitzuformen, die endlich mit allen k\u00f6rperlichen und sexuellen Heimlichkeiten im Sinne von Vorurteilen aufr\u00e4umt. So f\u00fchren heute Thomas Karsten und einige seiner Kollegen wie Richard Kern, Roy Stuart oder Petter Hegre eine gemischte Tradition aus \u201ebilliger\u201c Kultur, die durch die aufkeimende Selbstvermarktung mithilfe neuer Verlagsstrukturen oder Medienpr\u00e4senz wie bei Natacha Merritt (die mittels ihres Internetauftritts zum Star wurde) gepr\u00e4gt ist, und \u201ehoher\u201c Kultur, die sich durch die Selbstinszenierungen Cindy Shermans, durch die \u201epornographischen\u201c Bilder Jeff Koons\u2019, durch die aus der Privatheit kommenden Bilder von Nan Goldin oder durch die hochstilisierten Fotoperformances Tracey Moffatts oder Bettina Rheims\u2019 auszeichnet, fort. Und ich gehe jetzt sogar so weit zu behaupten, dass wir es schaffen, mit ihnen so weit in unserer menschlichen Entwicklung voranzuschreiten, dass wir endlich den zerst\u00f6rerischen Schmerz aus unseren ungestillten Bed\u00fcrfnissen nehmen, um frei und ohne innere Gewalt, die zum zerst\u00f6rerischen Akt in unserer Gesellschaft f\u00fchrt, zu leben. Denn je mehr wir den Nachrichten heutzutage folgen, desto klarer wird, dass wir Aufkl\u00e4rung brauchen. Diese Aufkl\u00e4rung erreichen wir leider nicht nur durch gro\u00dfartige Romane wie \u201eDie Klavierspielerin\u201c von Elfriede Jelinek oder Filme wie \u201eDas Geheimnis\u201c der franz\u00f6sischen Filmemacherin Virgine Wagon sondern vielmehr durch die F\u00f6rderung von Selbstbeteiligung, motiviert durch die oben genannten Fotografen, die durch ihre Arbeitsweise dazu verdammt sind, Dienstleister einer besser werdenden Welt zu sein. Aufgrund der sozialen Isolierung durch neue Produktionsfl\u00fcsse in der Arbeitswelt und gesellschaftliche Entfremdung durch das r\u00e4umliche Auseinanderr\u00fccken aufgrund der M\u00f6glichkeiten multimedialer Kommunikation wird das Werk dieser K\u00fcnstler, so auch dieses Buch von Thomas Karsten, zu einem politischen Pamphlet, das dabei auch noch zum Kulturgut avanciert, indem es tats\u00e4chlich soziale Befindlichkeiten reflektiert und dabei auch noch Spa\u00df bereitet.<br><br>Vielleicht kann man Thomas Karsten als den Will McBride f\u00fcr Erwachsene bezeichnen, dessen inzwischen fast programmatisches Buch \u201eZeig mal Mehr\u201c genau auf seine Frauen zutrifft. Vielleicht gibt es ja demn\u00e4chst Frauen und M\u00e4nner gemeinsam in seinen Bildern, dann k\u00e4men wir einer gesamtgesellschaftlichen Wahrheit n\u00e4her. Vielleicht, und das im Sinne der Kunst, w\u00e4re es sinnvoll, ein Museum nur mit Bildern von Thomas Karsten, Robert Mapplethorpe und Sally Mann zu er\u00f6ffnen, um einen gesellschaftlichen L\u00e4uterungsgsprozess f\u00fcr eine neue Generation des Selbstverst\u00e4ndnisses von Mann, Frau, Kind mit allem Sch\u00f6nen, allem H\u00e4sslichen, allem Schwachen, allem Wunderbaren dieses Lebens&nbsp;<br>herbeizuf\u00fchren.&nbsp;<br><br>Im Verlag Bucher ist jetzt Thomas Karsten nun bereits zum zweiten Mal vertreten. F\u00fcr mich&nbsp;<br>hat dieser simple Fakt immense symbolische Bedeutung. Zwischen seiner ersten Publikation \u201eThomas, mach ein Bild von uns\u201c und diesem Band liegt eine Zeit des weltpolitischen sowie pers\u00f6nlichen Wandels. Und vergleiche ich sein erstes Buch mit dem nun vorliegenden zeichnen sich zwei verschiedene K\u00fcnstler ab. Das erste Buch (sein erstes \u00fcberhaupt) finde ich zum \u201eWeinen\u201c sch\u00f6n. Ein Buch nicht mit traurigen, aber mich ber\u00fchrenden Gesichtern. Kein Wunder, dass Thomas Karsten bei seinen fotografisch kreierten Gesichtern die Perfektion anstrebt, dass er sie immer vollkommener m\u00f6chte, auch wenn das Beste bereits erreicht scheint. Diese Hingabe bedeutet jedoch zugleich eine Flucht vor den Gesichtern, den Augen, den W\u00fcnschen hinter diesen Augen und auch vor dem, was der K\u00fcnstler diesen Augen leider nicht geben kann, weil er zum einen so viel Liebe nicht zum Verschenken hat und zum anderen genau den Ausgleich zur nicht liebbaren Liebe fordert. Thomas liebt die Menschen in perfekten fotografischen Abbildern, angefangen vom Negativ bis hin zum sauberen Scan und dem bestechenden Druck. Das ist seine Anerkennung, sein Dank an die Menschen, die er ablichten darf. Es sind die Symbole des Lebens, die er darstellt, und es sind Menschen, nicht \u201eerotisch nackt\u201c, sondern verletzlich und eben so, wie sie erschaffen wurden. M\u00e4nner, Frauen, Kinder, in Pose und einfach nur da. Das Symbolhafte des Damals hatte durch den anstehenden Zusammenbruch des sozialistischen Staatensystems aber auch viel Umbruchstimmung zum Inhalt. Das meinte Thomas Karsten damals wie heute nicht wirklich politisch: vielmehr steckt automatisch ein Abbild politischer Empfindungen in seinen Darstellungen.<br><br>Heute finden wir einen wirklich poetischen Thomas Karsten vor, einen Befreiten, einen Heiteren, keinen \u00fcberzeugt Tieferen (wie man so oft zu alten Meistern sagt). Wir finden einen Beschwingten; einen, der \u00fcberzeugt von der Macht seines Blickes ist. Im vorliegenden Band wird daraus eine Poesie des Sehens, die es dem Betrachter erleichtert, \u00fcber Br\u00fccken wie Zeilen, Verse, T\u00f6ne und Nuancen, Lichtstrahlen und schattige Pl\u00e4tze in das Tief der Augen zu fallen, das \u0152uvre eben neu mischen wie bei den modernen Musikstilen.<br><br>Der neue Thomas Karsten ist einen langen, lehrreichen Weg gegangen; ich darf das sagen, ich kenne zu seinen B\u00fcchern auch sein \u00fcbervolles Archiv. Dieser Thomas Karsten m\u00f6chte uns anspruchsvoll unterhalten, das hat man ihm bei seinem Buch \u201eHeute Nackt\u201c bereits \u00fcbel genommen, weil schon hier das beschriebene vertr\u00e4umte Schwarz-Wei\u00df fehlte. Da geht es ihm nicht anders als anderen gro\u00dfen K\u00fcnstlern wie zum Beispiel Jim Jarmusch, die man automatisch mit Schwarz-Wei\u00df in Verbindung bringt, obwohl schon fr\u00fch Farbe in ihrem Werk eine Rolle spielte. Doch wir k\u00f6nnen nicht permanent die K\u00fcnstler f\u00fcr uns leiden lassen. Sie wollen uns unterhalten, weil dadurch eine ansehnliche, bunte Welt entsteht, die uns allen das Leben sch\u00f6ner werden l\u00e4sst. Gel\u00e4uterte Stars gleichen eines Tages den Architekten, die merken, dass jedes ihrer Werke das Leben in der Gesellschaft bereichert. Und wie k\u00f6nnte man heutzutage besser als mit einem intelligenten und zugleich unterhaltenden Videoclip in Buchform die Welt lebendiger machen und am\u00fcsieren, zum Abspannen anregen und zugleich zu spontanen Ideen motivieren Thomas Karstens neues Buch ist dabei zugleich ein Sprung aus dem Damals in das Heute. In den zum ersten Mal ver\u00f6ffentlichten Polaroids, die automatisch die \u201erichtigen\u201c Couleurs im Abbild erzeugen, huldigt er den blumigen Farben. Die Art der Nutzung bestimmter Sujets in den Collagen zeigt die malerische Ader in Thomas Karsten. Dazu gesellen sich die digitalen Details. Das ist das Besondere an der Zusammenstellung des neuen Buches: wir alle werden Zeuge des bunten, poetischen Damals und betreten ohne Anstrengung eine neue Dekade.<br><br>Wer Thomas Karsten kennt, wei\u00df, dass er als K\u00fcnstler keinerlei Kompromisse eingeht, und sich mit Thomas Karsten umgeben hei\u00dft, sich selbst Stil beweisen. Seine Fans, seine Modelle, seine Freunde wissen es, lieben und hassen ihn daf\u00fcr. Zeig mal her und zeigt uns mehr \u2013 liebe mutige, selbstbewusste Frauen, lieber Thomas Karsten; was f\u00fcr ein Gl\u00fcck, dass Du so wunderbar sehen kannst und Danke f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis unserer Bed\u00fcrfnisse.<br><br>Ein Gl\u00fcck, dass Frauen so selbstbewusst sein d\u00fcrfen; ein Gl\u00fcck, dass wir daran teilhaben k\u00f6nnen, wie Du, Thomas, der Du den Frauen Dein Leben schenkst.<br><br>Alexander Scholz, im Mai 2005<br><br>Alexander Scholz, geboren 1971, ist Autor, Architekt, Multimediak\u00fcnstler und Verleger. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten steht insbesondere die Erschaffung langlebiger Werte. So erhielt er als Architekt von Bauwerken mehrere Preise f\u00fcr die kunstvolle Umsetzung formeller und gesellschaftlicher Anforderungen; als Autor und Hersteller von B\u00fcchern, CDs und DVDs erschafft er in Zusammenarbeit mit K\u00fcnstlern verschiedenster Sparten Werke, die das Zusammenwirken aller Sinne beanspruchen und damit der F\u00f6rderung des menschlichen Bewusstseins dienen. Daf\u00fcr erarbeitet er mit und von bedeutenden K\u00fcnstlern aus dem In- und Ausland wie Paul Cava, Carsten Nicolai, Thomas Karsten, Hans Ticha, OL, die Typonauten, Alvin Booth u.v.a. Publikationen, die u.a. vom iF-Design oder der STIFTUNG BUCHKUNST pr\u00e4miert wurden.<br><br><br><strong>Editorial<\/strong><br>Erotic Style Goes Pop \u2013&nbsp;<br>a Joyous Video Clip in Book Form<br><br>Many of Thomas Karsten\u2019s works are now classics of modern photography. This is to do with the legendary conflict between erotic moments and \u201chigh\u201d culture. Eroticism is artistic photography\u2019s poor cousin, just as photography was art\u2019s dubious poor cousin into the last century. That does not seem surprising; nude photography and eroticism have after all been a part of a long, superficial tradition of cheap magazines where the advertising industry has always had the whip hand, an industry that violates the naked body to satisfy the never-ending desires of consumers in western culture.<br><br>For over twenty years, quite a large part of the public has known Thomas Karsten as a black and white iconographer of nude photography. Reason enough for him to follow a new path. When I looked for the first time at the pictures he had selected for this book, I was amazed at how greatly color helped him to shift between stylistically confident portraits and the intimate images, which cross boundaries, of the sex, which is often otherwise hidden in erotic photography. His nude photography depicts sharper and more detailed images than ever before. His classic, his Thomas Karsten style, has a new look, a colorful new look, where of course color, in terms of the history of culture as well as from a purely technical dimension, is a topic in its own right. We often hear the opinion that black and white photos create a sense of abstraction which leaves room for mystery and which invites us to dream. This actually appears to explain certain clich\u00e9s and prejudices regarding color and black and white. So does color really make reality in the image more genuine? This opinion is, on the one hand, nonsense, but on the other hand true in a trivial kind of way. But is the genuine necessarily the more beautiful? Does the mysterious appear more transfigured in black and white, is that still a Thomas Karsten?<br><br>The cuts and transitions are fantastic \u2013 the face the ever-present detail; the super-femininity, the worldly, the trees, the topography of the towns come into the pictures thanks to the colors and appear more dominant in this book. In a strange way, the pictures come across as fixed up. That is because of the space now included in the photo.<br><br>The Thomas Karsten space is impressive because of its emptiness. In this book it gains new relevance, but it is not about a piece of fabric, the Caribbean or an old wall. We should not fall victim to this misconception. It is a question of creating a lyrical construct in which the essential, the women remain the decisive factor. There is no system behind the choice of space; Thomas Karsten is just looking for simplicity, complete simplicity that in turn has to suit the women, where they should feel comfortable, even if they are not familiar with it. For all too often, familiarity is not really what frees us, but instead what confines us.<br><br>It is always about the women\u2019s beauty; they are all beautiful, whether they actually conform to a certain ideal or not. That is also precisely what throws every moral contradiction out of the window. They are all beautiful, maybe not beautiful for me or for you, dear reader, an ideal in itself, not desirable as an erotic fantasy, not exciting \u2013 natural looking people full of pride, dignity and joy about themselves. It can become an aim in life to preserve, in pictures, pleasure itself, the pride in yourself and the erotic desire, that driving force, which created all the beautiful, devilish and wonderful deeds of mankind.<br><br>Thomas Karsten is taking the risk, and in this sense his models are taking the risk of being portrayed to the point of the shift already mentioned between portraits of the eyes and portraits of the intimate area, of the sex.<br><br>Since I have known Thomas Karsten, I have often thought about what drives him to gather them all together so openly, the beautiful and less beautiful, to encourage them to open up to themselves, to his art and at the same time to stay themselves totally. The aim of a preacher is becoming more and more apparent: creating progress within society with the help of contradiction of forms, which questions the moral conception generally present in us all. In terms of cultural history, that is nothing new, but with Thomas Karsten\u2019s work, the observer and models enjoy being able to be a part of molding a new society that finally does away with all bodily and sexual secrecy in terms of prejudice. Thus Thomas Karsten and some of his colleagues, such as Richard Kern, Roy Stuart or Petter Hegre, are continuing a mixed tradition of \u201ccheap\u201d and \u201chigh\u201d culture. Just as the former is molded by the budding process of selling oneself with the help of publishing structures and media presence, for instance in the case of Natacha Merritt (who became a star by means of her appearance on the Internet), \u201chigh culture\u201d is characterized by Cindy Sherman\u2019s self-dramatization or Jeff Koon\u2019s \u201cpornographic\u201d pictures, by Nan Goldin\u2019s pictures from the private sphere or by Tracey Moffatt\u2019s or Bettina Rheim\u2019s hyped-up photo performances. And I dare to claim that we can succeed in progressing with them to a stage in our human development, which allows us to finally remove the destructive pain from our unsatisfied needs, to live freely and without the force within us that leads to destruction in our society. Because nowadays, the more we follow the news, the clearer it becomes that we need enlightenment. Unfortunately, we cannot achieve enlightenment through great novels alone, like \u201cThe Piano Teacher\u201d by Elfriede Jelinek, or films like \u201cLe Secret\u201d by French film-maker Virginie Wagon, but rather by encouraging our own participation in the process, motivated by the photographers mentioned above who are condemned to providing us a service to improve the world. Owing to social isolation as a result of new production flows in the working world and alienation of society because of increased distances made possible by multimedia communication, these artists\u2019 work, including this book by Thomas Karsten, is becoming a political lampoon, which at the same time is advancing to a cultural asset by actually reflecting social condition and being a source of enjoyment in the process.<br><br>Perhaps we can call Thomas Karsten the Will McBride for adults, whose book \u201cZeig mal Mehr\u201d (Show Me More), now almost pointing the way for other books, applies exactly to his women. Soon, perhaps, there will be women and men in his photos together, and then we would get a lot closer to a truth relating to the whole of society. Perhaps it would make sense \u2013 completely in the interests of art \u2013 to open a museum with pictures by Thomas Karsten, Robert Mapplethorpe and Sally Mann, to bring about a process of societal reformation for a new way of how man, woman, child see themselves, with all beautiful, ugly, weak, wonderful things in life.&nbsp;<br><br>This is Thomas Karsten\u2019s second publication by the Bucher Publishing House. For me, this simple fact has immense symbolic significance. Between his first publication \u201cThomas, mach ein Bild von uns\u201d and this volume lies a period of transformation in world politics and in himself personally. And if I compare his first book with this one, two different artists emerge. I find the first book (his very first book in general) so beautiful it \u201cmakes me cry.\u201d A book not of sad faces, but rather of touching faces. No wonder Thomas Karsten strives for perfection regarding his photographically created faces, always wanting them to be more complete, even if it appears that he has already achieved the best result. At the same time, however, this dedication means an escape from those faces, those eyes, the desires behind those eyes and also from the things the artist cannot, unfortunately, give those eyes, because, on the one hand, he does not have so much love to give away and, on the other, is demanding precisely that counterbalance against unlovable love. Thomas loves people through perfect photographic images, starting from the negative right up to the precise scan and captivating print. That is his recognition, his gratitude to those people he is allowed to photograph. He portrays the symbols of life, people, not \u201cerotically naked\u201d but vulnerable and simply just the way they were created. Men, women, children posing and simply being there. But the symbolism of that former time also contained a mood of radical change owing to the upcoming collapse of the socialist state system. Thomas Karsten did not really mean it then, as today, to be political: his pictures just automatically contain an image of political feelings.<br><br>Today, we come across a really poetic Thomas Karsten, liberated, cheerful, not one who has become dedicated to a growing profundity (often said about the old masters). We find an elated Karsten; one who is convinced by the power of his eye. As a result, this volume is poetry of sight, making it easier for observers to fall via bridges as well as lines, verses, notes, and nuances, rays of light and shadowy areas into the depths of their eyes, to simply mix the \u0153uvre just like with modern styles of music.&nbsp;<br><br>The new Thomas Karsten has been on a long path and has learnt a lot on the way. I am allowed to say this; in addition to his books I also know his overflowing archive. This Thomas Karsten wants to offer us high quality entertainment; people did not like him for doing that in his book \u201cHeute Nackt\u201d because the mysterious black and white was missing there too. It is no different with him than with other great artists, for example Jim Jarmusch, artists who we automatically connect with black and white despite color already being a part of their work early on. However, we cannot make the artists permanently suffer for us. They want to entertain us because a handsome, colorful world is created, which makes all of our lives more beautiful. Reformed stars are one day like the architects who recognize that each of their works has enriched life in society. What better way is there today than with an intelligent and, at the same time, entertaining video clip in a book to liven up and amuse the world, to encourage it to unwind and motivate it to have spontaneous ideas in the process. Thomas Karsten\u2019s new book is, at the same time, a jump from then to now. In the Polaroids published for the first time, which automatically create the \u201cright\u201d shades in the image, he embraces the flowery colors. The way he uses different subjects in the collages demonstrates the painter in Thomas Karsten. This is accompanied by the digital details. That is what is special about putting together this new book: we are all witness to what was colorful and poetic then, and are effortlessly entering a new decade.<br><br>Those who know Thomas Karsten know that, as an artist, he does not accept any compromises, and to have Thomas Karsten around you means proving style to yourself. His fans, his models, his friends know that. They love him for the results he achieves from his work and at the same time hate him for his intransigence while working. Show us and show us more \u2013 dear brave, self-confident women, dear Thomas Karsten; how lucky we are that you can see so wonderfully and thank you for opening our eyes to understanding our own needs.<br><br>What luck that women can be so self-confident; what luck that we can take part in it, like you, Thomas, a man who dedicates his life to women.&nbsp;<br><br>Alexander Scholz, May 2005.&nbsp;<br><br>Alexander Scholz, born in 1971, is an author, architect, multimedia artist and publisher. The focal point of his work is, in particular, to develop long-lasting creations. As an architect he has received several prizes for fulfilling both formal and societal needs; as an author and producer of books, CDs and DVDs, he, together with artists of various genres, creates works which require the interaction of all senses and as a result promote human awareness. In the process he develops publications with and for prominent domestic and international artists such as Paul Cava, Carsten Nicolai, Thomas Karsten, Hans Ticha, OL, the design agency \u201cdie Typonauten\u201d, Alvin Booth and many others \u2013 publications which have been awarded prizes by iF Design and, among others, the foundation STIFTUNG BUCHKUNST.<br><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>176 Seiten\u00a0180 AbbildungenGro\u00dfformat 24&#215;30 cm,schweres Bilderdruckpapier,durchgehend vierfarbigHardcoverFotobuch mit einem Vorwort von Alexander ScholzTexte: Deutsch und EnglischPreis: 60 Euro, da beim Verlag vergriffen (alter Preis 49,90 Euro)ISBN: 3-7658-86007-7Bucher Verlag in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-153","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2005--colors-of-sex"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/thomaskarsten.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/thomaskarsten.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/thomaskarsten.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/thomaskarsten.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/thomaskarsten.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=153"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/thomaskarsten.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/153\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/thomaskarsten.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=153"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/thomaskarsten.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=153"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/thomaskarsten.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=153"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}